Dipl.-Ing. Konrad Eulitz

// Foto: Dietmar Otto /
// Foto: Dietmar Otto /

Meine Lebensdaten

 

 

 

 

Dipl.-Ing. Konrad Eulitz,  Jahrgang 1944



 

Kindheit an der Wolga

Zwei Jahre nach meiner Geburt 1944, erließ der sowjetische Minister für die Luftfahrt Industrie den Befehl 228 zur Deportation der Luftfahrtspezialisten am 22.10.1946 mit ihren Familien in die UdSSR. Mein Vater und meine Familie gehörten dazu und so lebte ich 5 Jahre in Podberesje, jetzt Dubna III in der UdSSR.

 

Nach der Rückkehr 1951 in die DDR wurde ich Preuße und Hauptstädter der DDR, bis die Familie dann 1958 unserem Vater nach Dresden folgte. Er arbeitete bereits seit zwei Jahren in den Flugzeugwerken Dresden im Leitbüro des Forschungszentrums. Den Jungfernstart der „152“ erlebte ich als Schüler der 8. Klasse in der 82. Schule Dresden -Klotzsche.

 

Nach meinem Abitur und Ingenieursstudium in Dresden, begeisterte mich als einzigsten von vier Brüdern der Flugzeugbau.
Im Nachfolgebetrieb der VEB Flugzeugwerke, seit 1961 die VEB Flugzeugwerft, begann 1967 meine berufliche Karriere als technischer Berater im Direktionsbereich Absatz und Beschaffung. Gruppenleiter und Abteilungsleiter waren die nächsten Entwicklungsstufen meiner beruflichen Laufbahn.
In dieser Zeit hatte ich sehr interessante Kontakte zu allen Partnerbetrieben der Warschauer Vertragsstaaten, da die Flugzeugwerft Leitbetrieb für den Aufgabenbereich Beschaffung geworden war.

Auch mit den verantwortlichen Offizieren der rückwärtigen Dienste der sowjetischen Luftstreitkräfte in der DDR und der DDR Luftstreitkräfte, bildete sich eine enge berufliche Beziehung im Rahmen der Beschaffung. Für die innerbetriebliche Weiterentwicklung, Neuerungen und neue Technologien war meine Abteilung zuständig und innovativer Partner aller anderen Bereiche des Betriebes. So gehörte ich zu dem Kollektiv des „Einführung des Container- und Palettensystems“, das mit dem Orden „Banner der Arbeit Stufe I“ im Staatsrat der DDR ausgezeichnet wurde. Es waren die schönsten 17 Jahre meiner Berufszeit.

// Foto: privat/ Vor unserem Wohnhaus in Podberesje /


Als dann 1984 das VEB Kombinat Spezialtechnik als selbstständige Struktur Leitorgan der DDR Rüstungsindustrie wurde, wollte ich die kaderpolitischen Bedingungen nicht unterschreiben. Das bedeutete, dass meine Frau und ich auf jegliche Kontakte ihrer bundesdeutschen Verwandtschaft hätten verzichten müssen.

 

Meine Bewerbung als Direktor für Einkauf und Logistik im VEB Karosseriewerk Dresden, Sitz Radeberg, konnte schnell mit Hilfe der Flugzeugwerft umgesetzt werden, so dass ich vom April 1984 bis zum 31.12.1990 diese interessante aber sehr belastende Aufgabe erfolgreich ausübte. In dieser Zeit startete auch der neue Wartburg Tourist 1,3 mit dem Vier Takt VW Motor mit dem Serien Beginn im Frühsommer 1990 ohne materielle Probleme, technologische und technische gab es schon.

 

Nach der Wiedervereinigung 1990 musste ich diese Arbeit aufgeben und konnte nach sechs Jahren Außendiensttätigkeit einer Krefelder Handelsgesellschaft für Autozubehör mich im Wechsel mit vielen Arbeitsverhältnissen und der Arbeitslosigkeit, über Wasser halten.
2004 konnte ich dann meine Frühverrentung beginnen.

 

Für mich als ehemaliger Ingenieur in der Flugzeugwerft Dresden war das Anlass genug, sich wieder der Luftfahrtgeschichte zu verschreiben. Die Arbeit in der IG Luftfahrt Dresden und die Einblicke in das große Archiv aus den Flugzeugwerken Dresden motivierten mich, mit der Vortragstätigkeit 2014 zu der deutschen Luftfahrtgeschichte zu beginnen. So entstanden fünf Vorträge über die Geschichte der Deutschen Luftfahrt, mit denen ich deutschlandweit unterwegs bin.

// K. Eulitz /

 

Veröffentlichungen

 "Der Flugzeugbau in Dresden – Historie, Aufbruch, Tragik", DIN A-5-Broschüre im Eigenverlag, 38 Seiten

  "Deutsche Spezialisten in der UdSSR von 1946 - 1956", DIN A-5-Broschüre im Eigenverlag, 34 Seiten

 

Vorträge

  1.  „Leben und Leistung des Flugpioniers Dr. Ing. Herrmann Köhl“

  2. „Deutsche Luftfahrtspezialisten in der UdSSR 1946-1956“

  3. „Der Flugzeugbau in Dresden – Historie-Aufbruch-Tragik“
    Letzter Online-Vortrag zu diesem Thema am 3. Juni 2021 im
    Institut Turbomaschinen
    und Flugantriebe
    der Technischen Universität Dresden

  4. „Die bedeutendsten deutschen Flugzeugbauer und Konstrukteure 1908 – 1958“
    Dieser Vortrag wurde zuletzt online am 25. Feb. 2021 im Bezirksverband Dresden
    des
    VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. gehalten;
    siehe
    https://www.vdi.de/news/detail/abriss-der-deutschen-luftfahrtgeschichte

 

Kommentar  zum Vortrag vom 3.6.2021

Geplante Vorträge 2021

 

26. Juni '21   Fliegerstammtisch Cämmerswalde

"Dresdner Flugzeugbau:Historie-Aufbruch-Tragik“
7. Juli '21      Junkersmuseum Dessau

"Dresdner Flugzeugbau:Historie-Aufbruch-Tragik“

21. Aug. '21   Fliegerstammtisch Cämmerswalde

"..deutsche Flugzeugbauer und Konstrukteure.."

11. Sept. '21   Museum Rothenburg

"Dresdner Flugzeugbau:Historie-Aufbruch-Tragik“

23. Sept. '21   Putjatinhaus Dresden

". .deutsche Flugzeugbauer und Konstrukteure.."

6. Okt. '21     Junkersmuseum Dessau

"..deutsche Flugzeugbauer und Konstrukteure.."



Lieber Herr Eulitz,

 nochmals vielen Dank für Ihre Einladung zu Ihrer WebEx-Gastvorlesung am o3.o6.21 zum Thema "Der Flugzeugbau in Dresden - Historie – Aufbruch – Tragik". Ich hatte mir die Einwahldaten über das TFA-Sekretariat besorgt und konnte so gestern Ihrem Vortrag über 68 Folien folgen. Probleme gab es leider mit dem Ton (vielleicht auch nur bei mir) aber da ich Ihre Broschüre gelesen hatte, war es für mich ein Auffrischen. Deutlich besser als die aus drucktechnischen Gründen kleinen Bilder kamen diese nun im Vortrag herüber; die historischen Videosequenzen vom Flug der 152 vor über 60 Jahren sind beeindruckend - wie viele haben damals mit großem Einsatz an diesem Projekt gearbeitet! Einiges findet sich auch für den Interessierten auf YouTube.

Inzwischen habe ich neben Ihren Broschüren antiquarisch auch einiges Rund um den Dresdner Flugzeugbau und zuvor schon zu den deutschen Spezialisten zusammengetragen, um mir ein authentisches Bild von der damaligen Zeit und den Beteiligten zu machen. Mein Vater war erst in Russland und später an der TH-Dresden dabei. Ich habe mal eine Übersicht zu meinen Büchern zusammengestellt; Sie werden das Meiste sicher kennen.

"Luftfahrt":

Luftfahrforschung und -ausbildung in der DDR, Sven Schultze, 2008 (Fakultät für Luftfahrtwesen an der TH Dresden)

Tragödie 152, Lothar Brehmer, Jochen Werner, 2010

Luftfahrt in Sachsen, Herausgeber Lothar Brehmer, 1998

Junkersflugzeuge, Bewaffnung, Erprobung, Prototypen 1933-45, 1991 (illustrierter Originalbericht von Prof. Baade an die sowj. Militäradministration 1946)

Deutsche Spuren in der sowjetischen Luftfahrtgeschichte, Dimitri Alexejewitsch Sobolew, 2000

"Deutsche Spezialisten":

Erinnerungen an Samara, Heinz Hartlepp, 2005

Als lebende Reparation an der Wolga 1946-1950, Friedemann Singer, 2008

Abenteuer Podberesje - als Sohn eines Junkers-Konstrukteurs in Russland, Dieter Scheller, 2016

Im goldenen Käfig - unfreiwillig in Russland 1946-1952, Käte Brancke, 1989

Gorodomlia - deutsche Raketenforscher in Rußland, Werner Albring, 1991

Ein Leben zwischen den Fronten, Ferdinand Brandner, 1987 (3. Auflage)

Die Jagd auf die deutschen Wissenschaftler, Michel Bar-Zohar, 1966

Jenseits von Babel, Reinhart Heinrich, 1987 (ein Roman mit Rückblenden nach Kuibyschew)

Die Spezialisten - deutsche Naturwissenschaftler und Techniker in der SU nach 1945, Ulrich Albrecht u.a., 1992

Unsere russischen Jahre - die verschleppten Spezialistenfamilien, Simone Trieder, 2018

 

Sicher gibt es noch einige weitere Darstellungen zu entdecken, die mir so nach und nach ein Gefühl vom seinerzeitigen Geschehen vermitteln können. Als Ende 1951 in Kuibyschew geborener war ich zwar "dabei", bin aber ohne jegliche Erinnerungen an die damalige Zeit und daher bedeuten mir Zeitzeugenberichte viel, um das Geschehen geschichtlich korrekt einordnen zu können.

Nochmals vielen Dank für Ihren Vortrag und alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen

Axel Pawlowitsch

 

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Dietmar Strasser (Montag, 17 Mai 2021 15:31)

    Ich habe die beiden Vorträge über die Luftfahrtspezialisten in der UdSSR und den Flugzeugbau des Herrn Eulitz in Dresden gehört. Seine lockere und konzentrierte Darstellung in den sehr bildhaften Power Point Darstellungen, lassen auf ein großes Hintergrund Wissen schließen. Sein lockerer Lebenslauf zeigt seine Wurzeln zur Luftfahrtgeschichte.